Twitter beschleunigt das Netz
Für langjährige Blogger ist es eine deutlich wahrnehmbare Geschichte. Das Netz hat innerhalb der vergangenen 12 Monate eine erhebliche Beschleunigung erfahren. Bei der jetzigen Geschwindigkiet kann einem Angst und Bange werden. Ursache hierfür ist Twitter. Durch das Microblogging-Tool werden Nachrichten und Neuigkeiten nicht nur viel schneller verbreitet. Durch Twitter verlieren diese Nachrichten auch wieder viel schneller an Relevanz.
Besonders deutlich wird das auch bei Blogbeiträgen oder Foren. Während noch vor mehreren Monaten tage- und zum teil wochenlang in Foren und Blogs ein Thema diskutiert wurde, ist heute meist nach einem Tag die Geschichte abgefrühstückt. Gerade das Retweeten bei Twitter beschleunigt das Netz. So werden neue Informationen rasant schnell weiterverbreitet. Dies hört sich erst mal gut an. Doch wo liegen die Risiken innerhalb dieser Beschleunigung?
Ein entscheidendes Risiko der Beschleunigung im Netz ist, dass Themen notgedrungen immer oberflächlicher werden müssen um Verbreitung zu finden. Das ist gerade im long-tail-Medium Internet gefährlich. So hat es bislang immer Randthemen einen entscheidenden Platz eingeräumt. Ein zweites Probelm liegt darin, dass Beiträge so schnell Retweetet werden, dass eine kritische Prüfung auf Richtigkeit und innere Logik der Argumentation in einigen Fällen ausbleibt.
Doch zugleich ist die Beschleunigung des Netzes durch Twitter reizvoll. Nie vorher in der Mediengeschichte war es möglich aus so vielen unterschiedlichen und geografisch weit entfernten Regionen Nachrichten oder Einblicke in das Leben anderer Menschen zu erhalten. Ein Grundvertrauen in die Vernunft der Menschen die twittern muss schon gegeben sein, so wie Twitter das Netz beschleunigt. Der eigentliche Haken an dieser Beschleunigung ist doch: Es muss immer auch genügend Menschen geben, die mit der Geschwindigkeit mitkommen. Denn Twitter lebt von den Leuten die dort schreiben.
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